Rück- und Ausblick


Rückblick und Ausblick - die aktuelle Diskussion

 
Stng Stadt Zürich

70 Jahre nach der Gründung der StNg lassen drei Samichläuse und ein Schmutzli alte Zeiten aufleben und denken über die Zukunft nach – und diskutieren die Frage, ob eine Frau im Waldhüsli Sinn machen würde.

Darum hat ein neuer und besonders neugieriger Schmutzli drei erfahrene Männer gebeten, ihm Red und Antwort zu stehen und die grosse Schatztruhe mit den vielen Erinnerungen zu öffnen. Es sind dieselben Männer, die jeweils am letzten Sonntag im November im Mittelpunkt stehen, wenn mit dem traditionellen Samichlaus-Umzug der Advent beginnt: Der Bischof, der für den Heiligen Nikolaus von Myra steht. Der Züri-Chlaus, der alle Samichläuse repräsentiert, die von nun an ausschwärmen, um die Kinder der Stadt zu besuchen und zu beschenken. Und der Herold – der einzige, der hier nicht anonym bleiben muss, weil er sein Amt nicht mehr aktiv ausübt.

Jack Hoerdt gehört zur ersten Generation der Zürcher Samichläuse, von 1974 bis 1984 war er Präsident der StNg; später hat er viele Jahre lang im Heroldskostüm den Bischof begrüsst und den Menschen auf dem Bürkliplatz erklärt, was das alles bedeutet. Heute ist Jack 82 Jahre alt und, nach mehr als einem halben Jahrhundert im Dienst der StNg, Ehrenpräsident auf Lebenszeit. Offiziell ist er zwar von allen Ämtern zurückgetreten, auch den Heroldshut hat er an den Nagel gehängt. Inoffiziell aber ist er nach wie vor bei den aktiven Samichläusen und Schmutzlis und unterstützt sie mit seinem weisen Rat.

Schmutzli: Was ist deine erste Erinnerung an die St. Nikolaus-Gesellschaft?

Jack: Das muss 1961 gewesen sein: Vor 56 Jahren durfte ich zum ersten Mal als Schmutzli den Umzug begleiten.

Schmutzli: Bald darauf schon bist du als Samichlaus gelaufen, du warst zehn Jahre lang Präsident der Gesellschaft, später auch Bischof, schliesslich der Herold am Umzug – und heute packst du als Ehrenpräsident Schöggeli und Nüssli in die Chlaus-Säckli…

Jack: Ich bin sozusagen ins vierte Glied zurückgetreten. Es kommt nicht so sehr darauf an, was man macht. Entscheidend ist, dass man etwas macht – und dass man es mit Herz und Verstand macht. Jede Hand, die mithilft, ist wichtig. Das kommt besonders schön in unserem Symbol zum Ausdruck – eine gebende Hand und eine empfangende Hand, beide stehen für den Heiligen Nikolaus, der alles, was er hatte, jenen gab, die nichts hatten. Dieses Prinzip war schon 1947 bei der Gründung der Gesellschaft unser Leitgedanke, es ist bis heute unser edelster Auftrag – und das soll auch in Zukunft so bleiben.

Schmutzli: Du warst 26 Jahre jung, die Gesellschaft war im 14. Jahr ihres Bestehens, als du dazu gestossen bist. Hast du die Gründerväter – sie leben heute ja alle nicht mehr – damals kennengelernt?

Jack: Ich habe Fred Hasler erlebt, der zusammen mit Karl Hotz, Paul Loosli und Ernst Suter die St. Nikolausgesellschaft ins Leben gerufen hat. Damals hatte der Wildwuchs überhandgenommen: Jeder Papi, Onkel oder Götti glaubte, er könne ein Samichlaus sein. Diesem Treiben wollten die vier Gründerväter einen Riegel schieben. Und schon bald liefen bis zu siebzig offizielle Chlaus-Schmutzli-Paare durch die Stadt …

Schmutzli: … das sind ja doppelt so viele wie heute!

Jack: In der Tat: Das ist so.

Schmutzli: Welches ist – nach mehr als einem halben Jahrhundert im Dienst der St. Nikolaus-Gesellschaft – deine schönste Erinnerung?

Jack: Das kann ich dir ganz genau sagen; es ist schon ziemlich lange her, und es waren auch keine Kinder, die im Mittelpunkt standen, sondern Strafgefangene: Als Bischof habe ich zusammen mit dem Züri-Chlaus und dem Schmutzli die Häftlinge in der Strafanstalt Regensdorf besucht. Es war eine schöne, eine würdige Feier: 120 Männer hatten sich mucksmäuschenstill in der Hauskapelle versammelt. Als wir uns schliesslich verabschiedeten, kam einer der Männer, offenbar ein Korber, zu mir und drückte mir ein Geschenk in die Hand – ein selbstgeflochtenes Weidenkörbli als Weinflaschenhalter. Ich benutze ihn noch heute und stelle bei besonderen Gelegenheiten einen Flasche Rotwein hinein.»




"Das schönste Geschenk hab ich im Knast bekommen."
Jack Hoerdt, Herold


Schmutzli: Viele Zürcher haben dich als Herold in Erinnerung, der beim Umzug am Bürkliplatz mit dem Bischof und dem Züri-Chlaus eine Show veranstaltet.

Aufmerksam haben der Bischof und der Züri-Chlaus zugehört; jetzt räuspert sich der Züri-Chlaus und der Bischof legt die Stirn in Falten.

Bischof: Show? Naja – es ist eher ein szenisches Ritual, in dessen Mittelpunkt der Samichlaus steht: Feierlich verkündet der Herold der Bevölkerung die Ankunft des Züri-Chlaus mit seinen vielen Chlaus- und Schmutzli-Kollegen, denen ich – ich stehe für den Bischof, also für den Heiligen Nikolaus, den Ur-Samichlaus schlechthin – die Stadt überantworte und den Auftrag erteile, möglichst alle Kinder zu besuchen und zu beschenken.

Schmutzli: Sollten wir als traditionelle Gesellschaft nicht auch am Sechseläuten teilnehmen?

Bischof: Bloss nicht! Wir sind doch keine Zunft …

Schmutzli: … das ist die Gesellschaft zur Constaffel auch nicht.

Bischof: Trotzdem – wir haben unseren eigenen Umzug; ich kann mir auf jeden Fall nicht vorstellen, dass wir im Zug der Zünfte mitlaufen.

Züri-Chlaus: Es gibt schon Parallelen: Wir haben die Gemeinnützigkeit auf unsere Fahnen geschrieben, und auch die Zünfter sind karitativ tätig. Abgesehen davon gibt es im Kreis 11 tatsächlich eine St. Niklaus-Zunft.

Bischof: Aber die chlausen nicht, sie beziehen sich auf die alte St. Niklaus-Kirche in Seebach. Allerdings hatten sie tatsächlich keine Freude, als am 20. Dezember 1947 unsere Gesellschaft gegründet wurde. Damals wollten sie uns verbieten, diesen Namen zu führen. Wir haben dann einen Kompromiss gefunden, indem wir das O im Nikolaus betonen und uns St. Nikolaus- Gesellschaft nennen.

Schmutzli: Es gibt noch eine Gemeinsamkeit: Frauen haben bei den Zünften nichts zu sagen, und auch bei den Samichläusen spielen sie bestenfalls untergeordnete Rollen in der Küche, in der Garderobe oder als motorisierte Eseli, wenn sie Samichlaus und Schmutzli durch die Stadt chauffieren.

Bischof: (widerspricht energisch) Untergeordnete Rollen? Keineswegs! Ohne unsere weiblichen Mitglieder würde die StNg nicht funktionieren! Und falls jemand kochen, nähen oder chauffieren als eine «untergeordnete Rolle» ansieht, ist er bei uns definitiv am falschen Platz! Die Aufgaben und Arbeiten im Hintergrund, also nicht an der Front, sind sogar noch wichtiger als jene, die fürs Publikum sichtbar sind. Oder wie soll ein Samichlaus ohne Gewand oder ohne Chauffeur die Kinder besuchen? Die Frauen in unserer Gesellschaft meistern diese Aufgaben hervorragend. Bei den Zünften sieht es übrigens nicht anders aus. Dokumente aus der Gründerzeit belegen aber auch, dass verkleidete Frauen zu den Kindern geschickt wurden, weil nicht genügend männliche Chläuse zur Verfügung standen. Es gab geharnischte Reklamationen der Eltern, seither ist das Thema vom Tisch; denn es geht hier um eine historische Figur, und der Heilige Nikolaus war – das schleckt keine Geiss weg – nun halt mal ein Mann.

Züri-Chlaus: Die Frauen-Frage hat uns immer wieder beschäftigt. Es ist noch gar nicht so lange her, da hat sich eine Frau bei uns gemeldet; sie wollte unbedingt als «Samichläusin» laufen. Wir haben ihr alle möglichen Jobs angeboten, aber nein, sie wollte partout ins rote Gewand. Und als wir sagten, das gehe nicht, drohte sie mit einer Klage wegen Verletzung des Gleichstellungsgebots; sie hat in Leserbriefen ihren feministischen Unmut in die Öffentlichkeit getragen und Präsident Hitz als «Frauenfeind» verunglimpft.

Schmutzli: Vielleicht hätte sie sich mit der Rolle einer Schmutzli-Frau begnügen sollen …

Züri-Chlaus: Beim Schmutzli haben wir tatsächlich schon Ausnahmen gemacht.

Schmutzli: Ah ja?

Züri-Chlaus: Die ehemaligen Stadträtinnen Emilie Lieberherr und Esther Maurer zum Beispiel, die haben im braunen Gewand den Samichlaus begleiten dürfen – unter der strikten Bedingung, dass sie den Mund nicht aufmachen. Nicht einmal nicken durften sie!

Schmutzli: Und die Kinder haben nicht gemerkt, dass unter der Kapuze eine Frau steckt?

Bischof: Ein Mädchen – das haben wir erst im Nachhinein erfahren – hat tatsächlich gemerkt, dass unter der Kapuze des schweigsamen Schmutzli eine Frau steckt. Es war Esther Maurer!

Bischof: Mit den neuen Familien-Formen wird ein ganz anderes Thema auftauchen: Immer öfter geraten Samichlaus und Schmutzli in Familien, wo die Kinder zwei Mamis haben oder zwei Papis …

Schmutzli: (schmunzelt) Diese neuen Familienformen haben auch ihre Vorzüge: Jetzt können die Kinder, wenn sie den Samichlaus und den Schmutzli im Waldhüsli besuchen, besser nachvollziehen, dass die beiden Tisch und Bett teilen …

Züri-Chlaus: Immer wieder werde ich von Kindern gefragt, ob ich denn auch eine Frau habe – die Frage rührt an ein altes Geheimnis, dass gelüftet werden sollte: Wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, ob wir uns ein Beispiel an den Kollegen in den USA nehmen wollen: Dort ist der Santa Claus verheiratet, und seine Frau – sie heisst Mrs. Claus – kommt bei den Kindern ziemlich gut an.

Schmutzli: Das wäre ja fast schon revolutionär!

Züri-Chlaus: Mit der Zeit muss auch der Samichlaus mit der Zeit gehen.

Schmutzli: Einerseits legst du Wert auf die Pflege der Tradition, andererseits hast du es mit Digital Natives zu tun – mit Kids, die im Cyberspace zu Hause sind und über social media kommunizieren…

Züri-Chlaus: Und doch hören sie sich immer wieder gerne auch die Geschichten von den Tieren im Wald an. Aber es ist schon so: Der Samichlaus wandert auf einem schmalen Grat, wenn er immer wieder versucht, zwischen der bewährten Tradition und dem modernen Zeitgeist eine Brücke zu schlagen. Auch die richtige Mischung zwischen respektvoller Distanz und liebevoller Nähe ist so eine Gratwanderung.

Schmutzli: Wie meinst du das?

Züri-Chlaus: Es gab Zeiten, da sind die Kinder in Angst und Ehrfurcht erstarrt, wenn es an der Tür klopfte. Der Samichlaus war eine Albtraum-Figur – auch, weil die Eltern ihn zum «Böölimaa» machten, der kleine Kinder in den Sack steckt. Heute will der Samichlaus eher ein liebevoller Freund sein, der sich dabei aber sehr gut überlegen muss, ob er den Buben oder das Mädchen auf die Knie nimmt; er darf auch als freundschaftlicher Kumpel auftreten, der mit den Kindern auf dem Teppich hockt und Lego spielt, dabei aber immer darauf achten muss, dass er sich nicht zum Clown macht.

Bischof: Rückmeldungen aus Kreisen der Eltern machen deutlich, dass der Trend wieder umschlägt: Man will weniger den Kumpel-Chlaus, der sich mit den Kindern verbündet, sondern lieber wieder die traditionelle Respektsperson, die Würde und Liebe ausstrahlt – den klassischen Samichlaus.




"Der Samichlaus muss Liebe und Würde ausstrahlen."
Bischof


Schmutzli: Welches sind die schwierigsten Momente im Leben des Züri-Chlaus?

Züri-Chlaus: Wie die Strafanstalt Pöschwies – der Ehrenpräsident hat sein eindrückliches Erlebnis dort bereits geschildert – ist auch das Kinderspital eines der Häuser, die wir regelmässig besuchen. Was wir dort sehen und erleben, gehört zu den anspruchsvollsten Erfahrungen meines Lebens – aber auch zu den schönsten. Man muss, wenn man die Kinder in der Krebsstation, in der Herzklinik oder in der Verbrennungsabteilung besucht, nicht nur einen sterilen Schutzanzug über das rote oder braune Gewand streifen, auch die Seele braucht einen Schutz; denn oft schaut man dem Tod direkt ins Auge. Das geht einem sehr nah – und nicht selten kann der Samichlaus von den kleinen Patienten mehr lernen als umgekehrt.

Schmutzli: Neben der Strafanstalt und dem Kinderspital gibt es noch ein drittes öffentliches Haus, das Samichlaus und Schmutzli jedes Jahr besuchen…

Züri-Chlaus: Das Stadthaus! Der Besuch einer Stadtratssitzung gehört zu den wichtigen Traditionen unserer Gesellschaft – auch weil wir damit unsere Verbundenheit mit der Behörde zum Ausdruck bringen wollen: Die Zusammenarbeit mit der Polizei, die uns beim Umzug unterstützt, ist ebenso wichtig wie die Verbindung zum Sozialamt, mit dem wir die Projekte der gebenden Hand koordinieren.

Schmutzli: Gibt es auch eine direkte Finanzspritze, eine Subvention von der Stadt?

Jack: Das wollen wir nicht, das haben wir nie gewollt. Wenn wir öffentliche Gelder annähmen, würden wir uns in die Abhängigkeit von den Behörden begeben.

Züri-Chlaus: Mit einer Ausnahme: 1991 wurde die St. Nikolaus-Gesellschaft von der Stadt Zürich mit dem «Preis für allgemeine kulturelle Verdienste» ausgezeichnet, besser bekannt als Kulturpreis - und der war immerhin mit 15’000 Franken dotiert. Das war zweifellos einer der Höhepunkte in der Geschichte unserer Gesellschaft - und eine grosse Ehre für Samichlaus und Schmutzli, die die Nachfolge von kulturellen Schwergewichten antraten: Nebst anderen haben auch die Circus-Familie Knie, der Schauspieler Heinrich Gretler, das Kabarettisten-Paar Cés Keiser und Margrit Läubli oder der Historiker Jean-Rodolphe von Salis diesen Preis bekommen.





Kleiner Schönheitsfehler: Die Urkunde weisst das Jahr 1990 auf, überreicht wurde der Preis allerdings am 9. Februar 1991!

Schmutzli: Wie wurde das Geld eingesetzt?

Züri-Chlaus: Es ist, wie jeder Franken, den wir einnehmen, in soziale Projekte geflossen, die bedürftigen Kindern zugute kommen.

Schmutzli: Wie läuft so ein Samichlaus- Besuch im Rahmen einer Stadtratssitzung ab?

Züri-Chlaus: Heute, unter Stadtpräsidentin Corinne Mauch, ziemlich pragmatisch: Wir haben nur zehn Minuten Zeit – das reicht knapp, um sämtliche Hände zu schütteln und alle zu ermahnen, dass sie den grossen Grittibänz gerecht verteilen sollen.

Schmutzli: Das war nicht immer so …

Züri-Chlaus: Früher hatten wir mindestens eine halbe Stunde Zeit, da hab ich mir dann die Mühe gemacht und gegoogelt, was im Gemeinderat so für Sprüche über die Stadträte gemacht wurden – und diese hab ich dann mit den Zitaten konfrontiert. Die Stadträte mussten herausfinden, wer was über sie gesagt hat. Das hat die Stimmung ganz schön aufgelockert. Zu den Zeiten, als Thomas Wagner noch Stadtpräsident war, hatten wir uns sogar vorgenommen, jeden Stadtrat einmal als Schmutzli mitlaufen zu lassen. Ich erinnere mich gut an den Kollegen, der Wagner beim Schminken und Ankleben des Schnauzes zur Hand ging. Es war der Spass seines Lebens: «Ich hätte mir nie träumen lassen», grinste er später, «dass ich einmal die Gelegenheit bekomme, unseren Stapi zu leimen!»

Schmutzli: Das war wohl eines der witzigsten Erlebnisse in deiner Züri-Chlaus-Karriere…

Züri-Chlaus: Auch davon gibt es Dutzende!

Schmutzli: Wir wollen nur eine Geschichte hören – eine, die dir grad spontan einfällt!

Züri-Chlaus: Das ist schon ziemlich lange her, aber absolut unvergesslich: Früher, als noch nicht jeder Samichlaus einen Schmutzli hatte und auch kein Eseli, war ein Kollege mit seinem Drahtesel unterwegs zu den Kindern. Im strömenden Regen und bei stockdichtem Nebel ist er mit seinem Velo in eine Baugrube gestürzt, hat sich wieder aufgerappelt und, durchnässt und verschmutzt, wie er war, den Rest seines Programms abgespult!




"Bei Regen und Nebel stürzte der Chlaus in eine Baugrube."
Züri-Chlaus


Schmutzli: Ziehen wir zum Schluss, siebzig Jahre nach der Gründung der StNg eine Bilanz, quantitativ und qualitativ…

Züri-Chlaus: Quantitativ haben wir Federn lassen müssen; wir waren am Anfang tatsächlich doppelt so gross.

Schmutzli: Gibt es nicht mehr genug Männer, die als Samichlaus und Schmutzli laufen wollen?

Züri-Chlaus: Es gibt vor allem kaum noch Vorgesetzte, die bereit sind, ihre Mitarbeiter für die Ausübung dieser Tätigkeit freizustellen. Ich habe seinerzeit meine Chefs in die Einsatz-Zentrale mitgenommen, um ihnen zu zeigen, wie das bei uns zu und her geht. Darauf habe ich immer zur Adventszeit zwei Wochen frei nehmen dürfen. Aber solche Arbeitgeber sind heutzutage sehr rar geworden.

Schmutzli: Und qualitativ?

Züri-Chlaus: Das ist die gute Nachricht: Wir sind zwar nur noch halb so viele Samichläuse, Schmutzlis und Eseli wie am Anfang, aber wir treten, dank der regelmässigen und intensiven Schulungen, sehr viel besser und authentischer auf wie früher.

Schmutzli: Kann man das denn lernen, ein guter Samichlaus zu sein?

Züri-Chlaus: Rein handwerklich kann man so einiges lernen…

Jack: Also jetzt mal ganz ehrlich: Samichlaus ist kein Job, den man lernen kann. Du bist es, wenn du es spürst, und das, was du spürst, ist Idealismus, Leidenschaft, Liebe – und das alles ist in unserer Zeit leider ein bisschen in Vergessenheit geraten.

Aktuell geleistete Hilfen

  • Der Kauf eines Therapie-Laufroboters in einem Kinderspital wurde von der StNg unterstützt.
    Fr. 5'000.-
  • 54 Familien, welche am Existenzminimum leben, wurden mit über 140 Einkaufsgutscheinen für Lebensmittel beschenkt.
  • 13 Familien, oft alleinerziehende Elternteile, wurden unterstützt. Die StNg übernahm Mieten im Rückstand, offene Zahnarztrechnungen, Kinderkrippenbeiträge, Krankenkassenrechnungen oder Behindertentransporte.
    Fr. 10'000.-
  • Für behinderte Mitmenschen übernahm die StNg die Kosten von Integrations- und Therapiekursen (Musik, Sport/Bewegung) und deren damit verbundenen zusätzlichen Ausgaben (Miete von Musikinstrumenten, Sportausrüstungen usw.).
    Fr. 5'000.-
  • Rund 1'700 Klaussäcke wurden an kinderreiche Familien und Menschen in Not abgeben.
  • In Alters- und Behindertenheimen verteilten Samichlaus und Schmutzli über 1'000 Grittibänzen.